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 Knigge für Korea

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Khaled Faranbald
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BeitragThema: Knigge für Korea   Fr 27 Jan 2017 - 4:12

Benimmregeln


Begrüßungsrituale in Korea
Die Begrüßung ist in Korea ein sehr wichtige Sache, man räumt dem Zeremoniell einen durchaus höheren Stellenwert zu als etwa in Deutschland. Denn nach einer Begrüßung ist nichts mehr so wie es war. Wenn man sich in Korea vorstellt, dann beginnt damit ein dauerhaftes bekanntschaftliches Verhältnis. Das hat nichts gemein mit den bei uns gängigen flüchtigen Begrüßungen. In Korea gilt: wenn man eigentlich nichts vom anderen will, dann stellt man sich gegenseitig auch nicht vor. In Korea verbeugt man sich gegenseitig, wenn man sich begrüßt. Die Arme bleiben meist seitlich am Körper liegen. Man kennt in Korea auch noch Rangsysteme. Demnach muss sich immer der Rangniedere vor dem Ranghöheren verbeugen. Es ist heute in der Geschäftswelt auch üblich, dass sich Geschäftsleute die Hand geben. Auch hier kennt man in Korea gewisse Feinheiten. So gilt es als schicklich, bei wichtigen Menschen zusätzlich mit der linken Hand das rechte Handgelenk zu umfassen um dem Händedruck noch einen gewissen Nachdruck zu geben. Ungeachtet dessen steht das aber im Kontrast dazu, dass die Nutzung der linken Hand grundsätzlich eher als unfein gilt. Etwas paradox ist das schon.

Anrede in Korea
In Korea gilt es als eher unhöflich, wenn man sich mit Vornamen anspricht. Normalerweise spricht man den Koreaner mit seinem kompletten Namen an. In der Geschäftswelt ist es sogar üblich, sein Gegenüber mit dem vollen Namen und seinem Titel bzw. seiner Stellung anzureden. Visitenkarten sind in Korea gerne gesehen.

Kibun
Kibun ist ein zentraler Begriff im Koreanischen. Es handelt sich eigentlich um ein gewisses Grundverständnis für andere Menschen. Das heißt, man stellt sich auf seinen Gegenüber ein und versteht ihn (oder versucht es zumindest). So kann man ihn natürlich nicht verletzen. Versteht man sein Gegenüber jedoch nicht, wird man ihn wahrscheinlich falsch behandeln und somit auch seine Gefühle verletzen. Kibun ist somit zwar erklärbar, aber es ist für Ausländer doch auf Anhieb schwer zu verstehen. Um solche Grundbegriffe richtig verstehen zu können, muss man sich intensiv mit dem grundsätzlichen Menschenverständnis in Korea auseinandersetzen.

Essen und Trinken in Korea
Essen in Korea ist in der Regel streng reglementiert. Hier lauern einige so genannter Fettnäpfchen. In Korea isst man immer noch gerne auf den etwas erhöhten Wohnbereichen. Dort sitzt man auf einem Kissen auf dem Boden. Es ist dort zwingend vorgeschrieben, dass man seinem Gegenüber nicht die Füße bzw. die Sohlen unter dem Tisch entgegenstreckt. Grundsätzlich darf man diesen Bereich nie mit Schuhen betreten.

Obwohl Koreaner durchaus laut essen, ist das bei uns bekannte Schnäuzen in ein Taschentuch Tabu. Dies sollte man immer an einem anderen Ort tun. In Korea schenkt man sich üblicherweise nie selbst etwas zu Trinken ein. Hier gilt: jeder schenkt einem anderen ein. In Korea herrscht ein gewisser Trinkzwang. Es gilt zumindest als unfreundlich, wenn man nicht mittrinkt. Das kann bei bestimmten Getränken durchaus zu unerwünschten Problemen führen. Dem Zwang kann man sich nur entziehen, wenn man klar macht, dass man aus wichtigen (z. B. medizinischen) Gründen nicht mittrinken kann und darf.

Wichtig beim Zuprosten: anderes als bei uns sieht man sich in Korea in der Regel nicht in die Augen.

Die Rolle der linken Hand
Die Benutzung der linken Hand im Kontakt mit anderen gilt in Korea als unhöflich. Man sollte beim Geben oder Nehmen immer die rechte Hand nutzen. Die linke Hand kann allenfalls die rechte Hand unterstützen und so dem Handeln Nachdruck geben, insgesamt gilt der Gebrauch der linken Hand im Kontakt mit anderen jedoch eher als unfein.

Der erhobenen Zeigefinger
Grundsätzlich sollte man nirgendwo jemanden mit erhobenem Zeigefinder heranwinken. Leider ist dies eine in Deutschland durchaus gängige Unsitte, die aber im Prinzip eine Missachtung des anderen darstellt. In Korea ist es schlicht eine Beleidigung!

Lachen in Korea
Korea ist kein Land des Lachens, maximal des Lächelns. (Lauthals) Lachen kann oft als negativ empfunden werden. Wenn man lacht, dann fühlen sich Koreaner nicht selten persönlich betroffen und empfinden das als beschämend. Hier sollte man sich maximal zu einem Lächeln durchringen und nicht einfach in laut schallendes Lachen ausbrechen.

Küssen in der Öffentlichkeit
Eigentlich ist es in Korea immer noch unüblich, dass sich Mann und Frau in der Öffentlichkeit küssen. Man sollte das deshalb eher vermeiden.

Händchenhalten in Korea
Händchenhalten zwischen Mann und Frau war in Korea ebenfalls lange Zeit verpönt. Heute hat sich das gelockert, es ist aber immer noch nicht die Regel. Sehr viel locker geht man in Korea dagegen mit dem Händchenhalten zwischen gleichen Geschlechtern um. Dies zeugt von einem Ausdruck der Nähe zueinander, hat aber keinerlei Aussage über die sexuellen Vorlieben der betreffenden Personen.

Nein - fast ein Tabu
Neinsagen gilt in Korea ist sehr unhöflich und sollte in der eindeutigen Form vermieden werden. Schlägt man jemandem eine Bitte ab, so gilt das als unhöflich. Die Koreaner haben hier subtilere Formen gefunden. Man wird dem Gegenüber eher durch andere Merkmale zu verstehen geben, dass man nicht interessiert ist. Das kann erstaunliche Ausprägungen haben. So kann ein Koreaner Hilfe zusagen, weil er meint das tun zu müssen. Merkt er dann, dass er es gar nicht kann, dann kommt der Koreaner einfach nicht. Dies ist für ihn besser, als sein Gesicht zu verlieren. Das hat aber auch zur Folge, dass Koreaner als durchaus unzuverlässig gelten.

Traditionelle Trennung Mann - Frau in Korea
Diese Trennung ist in Korea noch deutlich wahrnehmbar. Der Mann ist in der Regel der, der arbeiten geht. Die Frau kümmert sich in der Regel nur um den Haushalt. Sie kümmert sich um die Kinder und auch um die Finanzen! Gegessen wird getrennt: zuerst isst der Mann mit den Kindern männlichen Geschlechts. Erst danach gehen die Frauen des Haushalts zu Tisch.

Die Achtung des Vaters in Korea
Der Vater wird in der Regel extrem geachtet, und das ein Leben lang. Wenn ein Vater etwas will, dann kümmern sich die Kinder immer sofort darum. Dabei gibt es ziemlich extreme Ausprägungen, die sich wohl nach dem sozialen Rang des Vaters richten. Je höher der sozial steht, desto strenger sind die häuslichen Regeln.

Verhältnis Eltern - Kind in Korea
Wie gesagt sind die Rollen ziemlich klar verteilt. Aber ein strenger Vater ist nicht gleichsam zu verurteilen. Denn die Eltern kümmern sich in der Regel sehr um ihre Kinder. In Korea strebt jede Familie danach, ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Dafür nehmen Mutter und Vater oft erhebliche Belastungen auf sich.

Hohes Bildungsniveau bedeutet viel
In Korea bedeutete ein hohes Bildungsniveau viel, oft alles. Es bestimmt, wohin die Reise geht. Erstaunlicherweise kann das Bildungsniveau oft über die Wahl des späteren Ehepartners bestimmen. In Korea ist es so durchaus üblich, dass nur Partner mit vergleichbaren Bildungsstand verheiratet werden.

Umgang miteinander
Koreaner gelten in der Regel als äußerst zuvorkommend und höflich. Man geht sehr höflich miteinander um. Gut zu beobachten sind hier aber gewisse ständische Unterschiede: höher gestellte Menschen werden immer etwas höflicher behandelt. Der Tiefer stehende zollt dem höher stehenden immer Respekt. Dennoch zwingt ein Koreaner einem anderen nur selten direkt seinen Willen auf. Man versucht immer, eine gemeinsame Lösung zu finden. Man sollte in diesem Sinn einem Koreaner nie einfach seine Meinung aufdrücken oder ihn direkt (und vor allem nicht vor anderen) auf Fehler hinweisen.

Trinkgeld in Korea
Die Sache mit dem Trinkgeld ist etwas heikel. In Korea erwartet man nicht unbedingt, dass Trinkgelder gegeben werden. Man kennt eine Servicepauschale, die schon im Preis enthalten ist. Dennoch kann man Trinkgeld geben, wenn man extrem zufrieden ist. Aber andererseits wirken Trinkgelder auf viele wie ein Almosen. So gesehen sollte man es im Zweifelsfall besser bleiben lassen.


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